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Jannik Nowak 'Stadt der Blinden' bis Juni am Deutschen Schauspielhaus Hamburg

von Kerstin Knudsen

An einer belebten Straßenkreuzung wartet ein Mann darauf, dass die Ampel auf Grün schaltet und – erblindet. Ein hilfsbereiter Passant bringt den Erblindeten nach Hause, wenig später erblindet auch er. Eine rätselhafte Epidemie scheint ausgebrochen, immer mehr Menschen der Stadt erblinden von einem Augenblick auf den anderen. Um weitere Ansteckungen zu vermeiden, weiß sich die Regierung keinen anderen Rat, als die Betroffenen in einer verlassenen Irrenanstalt zu internieren. Orientierungslos, sich selbst überlassen, unfähig ihr Schicksal zu begreifen, versuchen die Blinden ihr Leben in dieser neuen Umgebung zu organisieren. Doch je mehr Menschen eintreffen, desto unerträglicher, chaotischer, gewalttätiger wird die Situation.
In seinem Roman »Die Stadt der Blinden«, für den er 1998 mit dem Nobelpreis geehrt wurde, zeichnet der portugiesische Erzähler José Saramago nicht nur das realistische Bild einer plötzlichen Katastrophe, er enthüllt gleichzeitig das philosophische Universum einer allgemeinen Blindheit, in dem menschliches Handeln als gewalttätige und lächerliche Groteske erscheint. Jannik wird in mehreren Rollen (Apotheker, Prophet, Soldat) zu sehen sein, Regie führte Kay Voges. Mehr Infos und Karten hier

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