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Angelika Bartsch 'Die Dreigroschenoper' bis Juli am Theater Heilbronn

von Kerstin Knudsen

London, Soho 1928. Hier regiert, wer die Klaviatur der Korruption beherrscht. Hier werden die Regeln des Marktes neu definiert, hier wird das Elend der Menschen zur Ware für wenige und das Verbrechen zum alternativen Geschäftsmodell erklärt. Jonathan Peachum, Boss einer Bettlermafia, treibt seinen erfolgreichen Handel mit der Bera­tung und Ausstattung der Ärmsten und setzt auf das schlechte Ge­wissen der Menschen. 50% der Einnahmen der Bettler gehen direkt an ihn. Gangsterboss Mackie Messer dagegen hat sich ganz dem dunklen Crime­Business von Raub und Mord verschrieben und verbringt seine Zeit am liebsten im Bordell. Durch einen guten Draht zu seinem Jugendfreund „Tiger“ Brown, der mittlerweile oberster Polizeichef  Londons ist, hat er sich eingerichtet. Doch als er Peachums Tochter Polly heiratet und damit beide Geschäftsmänner zum ersten Mal auf­einander treffen, müssen die Territorien neu verteilt werden.
Bertolt Brecht war gerade 30 Jahre alt, als er seine kapitalismuskritische Oper schrieb, die „so prunkvoll gedacht war, wie nur Bettler sie er­träumen“ und „so billig sein sollte, dass Bettler sie bezahlen können“. Dass gerade dieses Werk zusammen mit der dafür komponierten Musik von Kurt Weill über Nacht zum Überraschungshit wurde, hat er sich selbst kaum ausrechnen können. Angelika ist in der Rolle der Celia Peachum zu sehen sein, Regie führte Thomas Winter. Mehr Infos und Tickets hier

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